Fonds auf Rohstoffe
Unter dem Begriff Rohstofffonds werden Investmentfonds verstanden, deren Anlage ausschließlich in die Assetklasse Rohstoffe erfolgt. Dabei investieren die Fondsmanager vorwiegend in Aktien der jeweiligen Rohstoffklasse, so dass es sich hierbei um spezielle Branchen- und Themenfonds handelt.
Rohstoffe sind grundsätzlich alle nachwachsenden Stoffe, die auf der Erde zu finden sind. Aufgrund des Klimawandels sowie der starken Nachfrage sind viele dieser Rohstoffe mittlerweile sehr knapp, wodurch die Preise steigen.
Wird von der Anlage in Rohstoffe gesprochen, denken viele Anleger zuerst an
Öl und Gold, da diese beiden Rohstoffe am stärksten nachgefragt werden. Doch die Anlageklasse der Rohstoffe ist noch weitaus differenzierter. So umfasst die Anlageklasse weiterhin zahlreiche Metalle wie Silber, Platin und Kupfer, aber auch Agrarrohstoffe wie Mais, Kaffee, Kakao und Sojabohnen gehören hierzu.
Grundlegend ist es möglich,
in viele verschiedene Rohstoffe zu investieren. Dabei haben sich in den letzten Jahren vor allem Gold- oder
Goldminenfonds, Agrarrohstofffonds und Rohstofffonds, deren Hauptaugenmerk auf Rohöl gerichtet ist, herausgebildet. Sie investieren dabei in Unternehmen, die mit den jeweiligen Rohstoffen handeln, an deren Förderung oder aber an deren Verarbeitung beteiligt sind. Mitunter gehören auch Unternehmen zum Portfolio, die mit den Rohstoffen handeln und sie dem Endverbraucher anbieten.
Anleger können somit in verschiedene Rohstoffe investieren und ihr Depot so differenzieren.
Auf Wunsch können
Fonds auf Rohstoffe sowohl als Einmalinvestment wie auch als Fondssparplan genutzt werden. Wie bei vielen anderen Investmentfonds auch fällt beim Kauf von Rohstofffondsanteile ein Ausgabeaufschlag an, der bis zu 5% betragen kann.
Die Performance der Fonds
Da Fonds auf Rohstoffe von einer speziellen Branche abhängig sind, ist die Entwicklung auch maßgeblich an die Preisentwicklung der jeweiligen Rohstoffe gebunden. Wie bereits erwähnt, sind viele Rohstoffe nur noch begrenzt vorhanden. Gold und Rohöl beispielsweise gehören zu den nicht nachwachsenden Rohstoffen, die Nachfrage nach ihnen steigt jedoch von Jahr zu Jahr an. Aufgrund dieser gestiegenen Nachfrage sowie der Endlichkeit der Produkte folgen Preissteigerungen, die sich auch positiv auf die Entwicklung des Rohstofffonds auswirken.
Andere Rohstoffe hingegen, wie Mais, Kaffee und Holz, sind nachwachsende Rohstoffe. Doch auch die Nachfrage nach ihnen steigt, vornehmlich aus den Schwellenländern. Das Angebot kann diese Nachfrage bei Weitem nicht decken, so dass auch hier ein Nachfrageüberhang zu beobachten ist. Dieser führt ebenfalls zu Preissteigerungen bei den jeweiligen Produkten und somit zu Kurserhöhungen bei Rohstofffonds.
Neben diesen
Preissteigerungen führen aber auch Spekulationen auf die jeweiligen
Rohstoffe zu Preiserhöhungen, die jedoch nicht von der Nachfrage abhängig sind.
Trotz des Nachfrageüberhangs sowie der Tätigkeit der Spekulanten mussten aber auch Rohstofffonds in der Vergangenheit mitunter herbe Verluste verkraften. Gerade nach dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise sank die Nachfrage, vor allem nach Öl, rapide, was sich auch negativ auf die Rohstofffonds auswirkte. Gold hingegen ist in Krisenzeiten immer ein sicherer Anker, so dass die Goldpreise in Folge der Krise neue Höchststände erreichen konnten. Auch Kakao und Zucker waren nicht negativ von der Krise betroffen. Vor der Anlage in einem Rohstofffonds sollte daher genau geprüft werden,
in welche Werte der Fonds investiert und welche Aussichten hiermit verbunden sind.
Chancen und Risiken
Fonds auf Rohstoffe sind eine spezielle Anlageklasse, die wie andere Anlageklassen auch Chancen und Risiken aufweist.
Dabei hoffen Anleger bei Fonds auf Rohstoffe natürlich auf eine überdurchschnittliche Rendite, denn viele Rohstoffe konnten sich in der Vergangenheit deutlich besser entwickeln als der gesamte Aktienmarkt. Bei einigen Rohstoffen, etwa
Gold, war sogar eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten. Je nach Entwicklung der Rohstoffe können auch diese Fonds Renditen von bis zu 10% p.a. erreichen.
Auf der anderen Seite handelt es sich bei diesen Fonds natürlich um
Themenfonds, so dass die Streuung in verschiedene Aktienwerte und Branchen begrenzt ist. Daraus folgt, dass sich der Fonds negativ entwickeln wird, wenn auch die Rohstoffe negative Entwicklungen aufweisen. Somit bergen Rohstofffonds ein überdurchschnittliches Risiko im Vergleich mit Aktienfonds in Standardwerte, deren Ertragschancen wiederum nur durchschnittlich sind.